Interview // Bakery – Bake All Day

Bakery – für uns eine der Neuentdeckungen in 2016. Ihr Album Lucy ist eines der mutigsten und unkonventionellsten Debüt Alben des letzten Jahres. Im Dezember kam es heraus und lies die Musikwelt aufhorchen. Ihr Sound bedient sich an mehreren Genres gleichzeitig und wirkt dadurch unglaublich vielschichtig. Von TripHop, bis Elektro, Dub und Soul, ist alles dabei, sodass sich die Berliner nur sehr schwer in eine Schublade stecken lassen. Bakery sollte man live erleben, und wie es der Zufall so will, bietet sich dazu aktuell die perfekte Gelegenheit.

Ihre Deutschland Tour hat gerade erst begonnen und die Band nimmt Kurs auf Deutschlands Metropolen. Kurz zuvor hatten wir noch die Gelegenheit mit der Band zu sprechen und ihnen ein paar Fragen zum Debüt Album Lucy zu stellen und was Ihnen sonst noch so durch den Kopf geht.

Experimentierfreude und Spontanität

Glückwunsch zu diesem tollen Album. Wie ist es entstanden?

Lucy war mehr oder weniger ein Experiment. Wir hatten keinen richtigen Plan und waren sehr offen für alles, was spontan passiert ist. Die Aufnahmen sind überall entstanden, zum Beispiel in Berliner U Bahnen auf unseren Telefonen, am Strand von Miami, auf dem Burning Man Festival, oder in Noahs erstem Apartment in Berlin, Kreuzberg, in der Großbeerenstraße, dass dann auch zur ersten richtigen Bakery Base wurde.

Bakery – Album Cover – Lucy

Die Songs auf dem Album sind sehr vielschichtig, mutig und experimentell. Habt ihr keine Angst, dass die Leute eure Musik nicht verstehen?

Ich denke, es ist nicht notwendig, seinen musikalischen Geschmack in Genres zu unterteilen. Verständnis ist ein Gefühl, was spontan entsteht, oder eben nicht. Es hat etwas gedauert, aber mittlerweile sind wir überzeugt von der Musik und sehen irgendwie einen roten Faden, den wir alle mehr oder weniger verstehen; das ist hoffentlich für den Anfang genug.

 

Viele Einflüsse – ein guter Sound

Welche musikalischen Einflüsse habt ihr?

Auch wenn es große Schnittmengen in unsern Musikgeschmäckern gibt und wir uns beim Musikhören eigentlich selten streiten – jeder von uns kommt aus einer anderen musikalischen Bewegung und hat andere Einflüsse. Von HipHop, Blues, Jazz, Klassik, Rock und Techno ist alles vertreten. Aber wir alle sind begeistert von zum Beispiel Radiohead, James Blake, BadBadNotGood oder den Doors.

Die Single Tribe aus dem aktuellen Album Lucy

 

Den ganzen Tag lang backen

Wie darf man euren Bandnamen deuten? Was verbirgt sich dahinter?

Wir backen den ganzen Tag. Wir probieren neue Rezepte und experimentieren., benutzen Hefe in einem Song, der vielleicht eher Backing Soda gebraucht hätte und schauen dann, wie es schmeckt…. „Baking“ ist ein permanenter Prozess, eine Zustandsveränderung. Es beschreibt den ständigen Wandel, in dem wir uns befinden. Get up early and bake all day.

Für eine noch so junge Band wie ihr es seid, ist das Medienecho schon relativ groß. Wie steht ihr dazu?

Lucy ist eigentlich schon seit 2 Jahren fertig. Wir freuen uns natürlich, dass das Echo so groß ist, aber wir arbeiten auch schon lange hier im Berlin Underground…

 

Auf Seite 2 könnt ihr lesen, was Bakery für die Zukunft planen und warum sie live besonders gut klingen

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