Stella Donnelly „Beware of the Dogs“ – Indie Folk Melodien mit bissigen Texten

Stella Donnelly Beware of the Dogs

Die australische Sängerin Stella Donnelly hört sich vielleicht beim ersten anhören an wie das süße Mädchen von neben an, aber beim zweiten mal wird klar, dass mehr dahinter steckt. Von der Westküste des Kontinentes hat sich die fünfundzwanzig Jährige Musikerin einen Namen in der Indie Musikszene von Perth gemacht, wo sie ausverkaufte Konzerte bespielte, ein guter Startpunkt um von da aus Sydney, Melbourne und den Rest der Welt zu erobern.

Mit Gitarre und Stimme etwas ändern ist das Motto.

Donnellys Texte schwingen vor verärgertem Feminismus und Kritik an der patriarchalischen Gesellschaft. Mit eiskaltem Selbstbewusstsein und bissigem Humor trägt sie ihre Lyrics vor. ‚You grabbed me with an open hand, now the world is grabbing back at You’ hallt es von ‚Old Man’ dem ersten Track des neuen Albums ‚Beware of the Dogs’. Die spielerischen Gitarrenmelodien mischen sich gut mit der zarten Stimme der Sängerin und verdecken so fast die schwerwiegenden Themen, die sie besingt. Ebenso scharfsinnig und feministisch wie der Opener, ist der Song mit dem sich Stella Donnelley auf dem Musikradar jeglicher Indie und Folkliebhaber geschlichen hat. ‚Boys Will Be Boys’ ist eine Anklage gegen die Tradition der Opferbeschuldigungen bei Vergewaltigungsfällen. Mit schmerzhafter Ehrlichkeit trägt Donnelly die Geschichte vor, die ihr eine Freundin erzählte und geht offensiv gegen diese Tradition vor. ‚Would Your blame your sister if she cried to You for help’, dieser Satz bleibt hängen.

Bezaubernde Melodien mit schwer verdaulicher Message

Obwohl die Message der Texte hart verdaulich ist, ist Stella Donnelly mit ‚Beware of the Dogs’ ein leichtfüßiges Album gelungen. Die Melodien, die Donnelly ihrer Gitarre entlockt sind bezaubernd und seit diesem Jahr wird sie von einer Band begleitet, sowohl auf Konzerten als auch im Studio. Dies zeichnet sich ab auf Tracks, die sich von der Singer Songwriter Kategorie entfernen. ‚Bistro’ zum Beispiel bringt einen schimmernden elektronischen Synthesizer Beat an den Tag und ‚Watching Telly’ geht sogar noch weiter. Der satte elektronische Beat katapultiert den Song bis in das Elektronik Pop Genre ohne, dass er seinen Charakter als Ballade verliert.

Auf ihrem Debut Album beweist Stella Donnelly, erstens, dass sie verdammt gute Indie Folk Lieder schreibt, aber auch, dass sie weiß wie man als Solokünstler mit Band spielt. Auch wenn der Sound lieblich ist, machen die Texte aus dem Album eine eher zartbittere Angelegenheit, bei der es sich lohnt mal genauer hinzuhören was diese junge Frau zu sagen hat. Donnelly hat den Mut aufzustehen und zu sagen, was vielen Frauen auf der Seele liegt und sie tut es mit musikalischem Talent und bissigen Humor.

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