The Great Escape // Review Tag 2

Vom 9. bis 11. Mai waren wir zum ersten Mal beim The Great Escape Festival in Brighton. Die Fülle an neuer überragender Musik und die schöne Stadt haben uns überwältigt. Drei Tage lang haben wir jeweils 12 Stunden auf Konzerten verbracht und konnten uns 43 Shows anschauen. Im offiziellen Programm waren über 500 Künstler zu finden und weitere sind im Rahmen des Alternative Escape oder inoffiziellen Shows in mehr als 30 Locations aufgetreten. Kein Wunder, dass unser Besuch auch mit langen Wegen und langen Schlangen verbunden war. Nach unseren Highlights von Tag 1 findet ihr hier nun alles rund um Tag 2.

Ein bisschen Berlin in Brighton

Den einzigen deutschen Act den wir beim TGE gesehen haben, war ANDRRA. Dahinter steckt die Berliner Singer-Songwriterin und Filmproduzentin Fatime Kosumi. Die auf einer Reise durch den Kosovo gesammelten Liedtexte hat sie in ein neues und modernes Gewand gekleidet. Ihr albanischer Gesang ist exotisch, mystisch und nimmt teilweise Mantra-ähnliche Züge an. Auch wenn – oder gerade weil – man die Texte nicht versteht, zieht sie einen mit ihrer eindringlichen Stimme sofort in ihren Bann.

Mit Havvk haben wir im Rahmen des Alternative Escape eine weitere in Berlin ansässige Band gesehen. Zwei der Bandmitglieder haben im Rahmen ihres Labels Veta Records sogar die Stage im The Richmond kuratiert. Ziel war es, aufstrebenden weiblichen und non-binary Künstlern aus dem Bereich Alternative-Rock eine Platform gegeben.

Drei Skandinavier, zwei Briten & eine Neuseeländerin

Wenn es einen Preis für die größte Gruppe gäbe, dann würde dieser vermutlich an Fieh gehen. Das Musiker-Kollektiv stand mit acht Leuten auf der Bühne. Und man merkte ihnen allen an, dass sie nicht einfach nur zusammen Musik machen, sondern auch gut befreundet sind. Das Publikum unterhielten sie mit sehr lustigen Tänzen und jazzigen Pop-Songs.

Apropos Jazz: im kleinen, aber extrem gut besuchten Casablanca Jazz Club haben wir gleich zwei vielversprechende Talente gesehen. Die erst 21-jährige Neuseeländerin Robinson und die 23-jährige Finnin Lxandra heizten dem Publikum mit ihren opulenten Pop-Songs ganz schön ein.

Einen weiteren skandinavischen Pop-Export fanden wir im The Hope and Ruin: Amanda Tenfjord versprühte um Mitternacht mit ihren verspielten Songs noch einmal eine Menge gute Laune. Im Publikum spotteten wir dann auch unsere Lieblinge von Pom Poko, deren Auftritt wir beim TGE aber leider verpasst hatten.

Nicht fehlen in unseren Highlights dürfen Ferris & Sylvester. Das Paar Issy Ferris & Archie Sylvester aus London spielte in der Unitarian Church und legte einen beeindruckenden Auftritt hin. Auch wenn es ein bestuhltes Venue war, zuckten, wippten & klatschten doch alle im Rhythmus mit. Für ihren rockigen Blues-Soul ernteten sie sogar Standing Ovations. Unter anderem auch, weil Archie teilweise zeitgleich die Gitarre, die Kick-Drum und das Tamburin spielte und sang.

Wen wir verpasst haben

Der Freitag war leider der Tag der langen Schlangen und Kompromisse. Einige Shows waren mit einer Wartezeit von über 45 Minuten verbunden. Wenn man nicht rechtzeitig da war, hatte man dadurch das gesamte Set verpasst, da die Künstler üblicherweise nur 30 Minuten spielten.

Besonders traurig waren wir, dass wir auch diesmal APRE nicht sehen konnten. Denn bereits beim SXSW in Austin, Texas hatten wir sie verpasst. Aber die Schlange beim The Walrus war einfach zu lang. Auch zum Gig des Working Men’s Club’s haben wir es nicht geschafft. Und da wir nicht Gefahr laufen wollten, auch bei Fieh vor der Tür bleiben zu müssen, haben wir den Auftritt von Oh Land in der St Mary’s Church direkt ausfallen lassen.

Aber auch das gehört zu Festivals. Es ist einfach unmöglich alle Bands zu sehen. Hier heißt es: eine gute Vorbereitung & Planung ist wichtig, aber eine gewisse Spontanität sollte man ebenfalls an den Tag legen. Und oft sind die Shows, zu denen es einen dann verschlägt die besten.

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Fotos: Charlotte Kastner (IG @chuxontourphotography)

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