Ein Rückblick auf das Pop-Kultur Festival 2019 // mit Galerie

Aus zwei Gründen fällt unser Rückblick auf das Pop-Kultur Festival 2019 etwas wehmütig aus. Ein Jahr müssen wir wieder warten, bis wir in den Genuss dieses mit Herz und Verstand kuratierten Festivals kommen. Außerdem neigt sich die Festival Saison dem Ende entgegen und uns zieht es dann wieder in die kleinen Clubs.

Quantität mit Qualität

Drei Tage lang hat uns das Festival ordentlich auf Trab gehalten. Das dicht gedrängte Line-Up hat uns vor die schwierige Aufgabe gestellt so viele Konzerte wie möglich zu sehen. Zwar wurde beim Time-Table darauf geachtet, dass man möglichst viele Bands zu Gesicht bekommt. Doch selbst wir haben er nicht geschafft, alle unsere persönlichen Pop-Kultur Highlights anzugucken. Das ist kein Vorwurf. Vielmehr deutet es an, wie hoch die Qualität der auftretenden Künstler war. Und das bei einem Line-Up das auf ganz große Namen aus dem Pop Business verzichtet wird. Trotz allem wird sogar Deutschen Acts der nötigen Platz eingeräumt.

Hier könnt ihr noch einmal in die offizielle Spotify Playlist des Pop-Kultur 2019 reinhören:

Highlight Commissioned Works

Ein Markenzeichen der Pop-Kultur sind die Commissioned Works. Dahinter verbergen sich eigens für das Pop-Kultur Festival erstellte Performances mit zum Teil speziell geschriebenen Liedern und designten Bühnenbildern. In diesem Jahr waren u.a. Andrra, Ilgen-Nur, Klitclique & Lisa Morgenstern mit Commissioned Works vertreten. Ein besonderes Highlight war sicherlich Ilgen-Nur und ihr pompöses Brautkleid, mit dem sie auf dem Podest stehend ihre Songs performte und „sich selbst heiratete“.

Sehr atmosphärisch und nicht minder eindrucksvoll ging es auch bei Lisa Morgenstern zu, die sich den Bulgarian Voices Berlin Chor als Verstärkung einlud und im Zusammenspiel mit der großen Video Leinwand wunderschöne Klang- und visuelle Welten erschuf. Wenn man nur einen Grund nennen darf, warum man das Pop-Kultur besuchen sollte, dann sind es sicherlich die Commissioned Works, welche die Künstler in Konstellationen auftreten lassen, die es außerhalb des Festivals so nicht zu sehen gibt.

Großartiger Abschluss mit CocoRosie

Groß war der Andrang am Freitagabend, als CocoRosie auf die Bühne gingen. Schnell füllte sich das Kesselhaus und wer zu spät kam, der hatte das Nachsehen. Zwar bot sich mit Prada Meinhoff ein ebenso großartiger Act als Alternative im Frannz Club an, doch nach mehrjähriger Bühnen-Abstinenz, wollten die Zuschauer endlich wieder die US-amerikanischen Band live sehen, nachdem sie kürzlich mit „Lamb & the Wolf“ wieder eine neue Single veröffentlichten.

CocoRosie Fans und die, die es noch nicht waren, wurden nicht enttäuscht. Mit einem ausgedehnten Set, welches nahezu alle Klassiker der 2003 gegründeten Band umfasste, hat alle Herzen höherschlagen lassen. Sichtlich angetan vom herzlichen Empfang des Berliner Publikums spielten sich CocoRosie sehr schnell in einen Rausch, der auch die Fans erfasste.

Das alles und noch viel mehr

Schaut man sich unseren Rückblick auf das Pop-Kultur Festival 2019 an so könnte man schnell den Eindruck gewinnen, hier gibt es nur Konzerte zu sehen. Doch das Pop-Kultur ist und kann so viel mehr. Talks, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen sind ein weiterer großer Bestandteil des Festivals und heben die „Kultur“ im Festival noch einmal besonders hervor. Wichtige Themen werden aufgegriffen und unter Einbezug der Öffentlichkeit diskutiert.

Warum wir nächstes Jahr wiederkommen…

und ihr das auch tun solltet, falls ihr dieses Jahr verpasst habt euch ein Ticket zu sichern oder in den letzten 5 Jahren dachtet, ihr hättet etwas Besseres zu tun. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand, aber wir sagen es euch gerne noch einmal. Das Pop-Kultur ist ein besonderes Format, welches es in dieser Form viel zu selten zu sehen gibt. Kleine Künstler werden auf die Bühne geholt und erhalten die manchmal bitternötige Aufmerksamkeit in diesem harten Business.

Nicht zu vergessen ist die vorbildliche Frauenquote im Line-Up. Ganz ohne Zwang gelingt es den Kuratoren, Female Acts aus Deutschland und international zu einem spannenden Gesamtpaket zu vereinen. Auch in diesem Punkt gibt es leider noch viel zu oft Nachholbedarf in der Branche.

Für mehr Festival Highlights die wir euch nahelegen, könnt ihr hier weiterstöbern.

Fotos: Charlotte (Instagram: Chuxontour Photography)

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