We’ve Only Just Begun // Review

Vom 9. bis 11. August waren wir in Dublin bei der zweiten Ausgabe des All-Female-Festivals We’ve Only Just Begun. 26 Acts aus (Nord-)Irland spielten an drei Tagen auf zwei Bühnen im Whelan’s und wir haben es doch tatsächlich geschafft, uns alle anzuschauen. Unsere Highlights präsentieren wir euch hier noch einmal!

Aber zunächst müssen wir ein Lob an die Organisatoren aussprechen, denn wir waren beeindruckt von dem reibungslosen Ablauf. Selten haben wir ein Festival gesehen, bei dem die Shows so pünktlich begannen. Und auch wenn das Whelan’s 5 Minuten vor dem ersten Act noch gähnend leer war, schafften es die Iren doch an allen Abenden mit dem ersten gesungenen Ton zu erscheinen. Interessant war auch zu sehen, dass zeitweise bis zu sechs Fotografen vor Ort waren – ungewöhnlich für ein Festival dieser Größe. Aber daran sieht man, dass Musik in Irland einen ganz anderen Stellenwert hat. Außergewöhnlich hoch war auch die Qualität aller Bands.

Die Bands

Im Vorfeld hatten wir uns am meisten auf Jackie Beverly gefreut. Und mit der Vorfreude ist es ja immer so eine Sache: das kann auch richtig schief gehen. Auch der Umstand, dass sie bisher nur drei Songs veröffentlicht hat, barg ein kleines Risiko. Aber glücklicherweise war die Sorge ganz umsonst. Jackie Beverly überzeugte auf ganzer Linie! Ihr tanzbarer und emotionaler Electro-Pop verzauberte das Publikum. Und als sie dann auch noch IDER’s „Sorry“ coverte waren wir endgültig hin und weg.

Und wo wir grad bei Cover-Songs sind: die Alternative-Rock-Band Havvk coverte doch tatsächlich „La La La“ von Kylie Minogue. Was erst einmal absurd klingt, hat erstaunlich gut funktioniert! Diese verkündeten auf der Bühne auch, dass sie zukünftig Dublin unsicher machen werden. Denn im Oktober ziehen sie vom wunderschönen Berlin ins ebenso schöne Dublin. Wir wünschen ihnen viel Erfolg und werden es vermissen, ihnen bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten über den Weg zu laufen. Aber wem machen wir etwas vor, das wird in Zukunft dann eben in Dublin passieren!

Von den drei Headlinern hatten wir Wyvern Lingo bereits mehrfach gesehen. Und auch beim WOJB lieferten sie souverän ab. Rockiger und noch mal voller wurde es am zweiten Abend mit Pillow Queens. Den Abschluss machte Soda Blonde mit einem energiegeladenem Set. Nicht zu unterschlagen sind auch ROE, Jealous of the Birds und Ailbhe Reddy die uns zwar nicht neu waren, aber uns aufs Neue in ihren Bann zogen.

ROE – spielt dieses Jahr auch beim Reeperbahn Festival in Hamburg

Des Weiteren sind uns nicht nur die Cover-Songs im Kopf geblieben, sondern auch zwei sehr seltene Instrumente. Da hätten wir einmal das Keytar von Beauty Sleep. Eine Mischung aus Keyboard und Gitarre. Und welches Instrument die Folk-Musikerin Sive gespielt hat, konnten wir nicht 100%-ig herausfinden, vermuten aber es war ein Mbira / Kalimba Thumb Piano.

Fazit

Für alle unter euch, die bisher noch kein Konzert in Dublin besucht haben, denen sei gesagt, dass das Publikum in Irland schon anders ist als das Berliner Publikum. Im Vergleich zu den doch oft eher reservierten Zuschauern in Deutschland sind die Iren deutlich lauter. Aber das ist nicht nur negativ gemeint. Ja, sie quatschen viel mehr während der Konzerte, aber dafür singen sie auch mit, interagieren mit den Bands und applaudieren energischer. Definitiv eine Sache an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Nun verstehen wir aber auch die Künstler die sich in Berlin immer bei dem sehr ruhigen und aufmerksamen Publikum bedanken.

Wir hoffen wirklich, dass der Name Programm ist. Denn wenn das erst der Anfang war, können wir die nächste Ausgabe vom We’ve Only Just Begun nicht erwarten! Und eines haben wir auch gelernt: nie wieder werden wir einen Flug um 7:20 am Morgen nach dem letzten Festivaltag nehmen, denn diesen hätten wir beinahe verpasst…

Und hier noch einmal die Playlist mit allen Künstlerinnen für euch:

Fotos: Chux On Tour Photography

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