Reingehört #13 // Vergessene Schätze

Jede Woche werden so viele neue Songs veröffentlicht, da kommen wir manchmal einfach nicht hinterher. Wir speichern uns die Songs über die wir berichten wollen und im Nu ist diese Liste immens lang. Jetzt könnten wir die Tracks die schon vor längerer Zeit released worden sind, einfach von unserer Liste nehmen und uns nur um die aktuellen kümmern. Aber irgendwie bringen wir das bei einigen Songs einfach nicht übers Herz. Und um diese Liste nicht wieder so lang werden zu lassen, haben wir daher eine neue Reihe gestartet und werden künftig jeden Freitag über die wichtigsten Neuerscheinungen der Woche berichten.

BEVERLY KILLS – In This Dim Light

Herkunft: SWE // Genre: Indie-Pop // Socials: FacebookInstagramSpotify

Als wir „In This Dim Light“ von Beverly Kills das erste Mal gehört haben, kam uns dieser Song extrem bekannt vor. Bis heute konnten wir allerdings nicht einordnen woher wir ihn kennen könnten. Ist aber eig. auch egal, denn der Track zählt definitiv zu den guten Ohrwürmern! Die vier machen erst seit ca. einem Jahr zusammen Musik und haben bisher nur einzelne Singles veröffentlicht. Dennoch zählen sie bereits zu den energiegeladensten Live Bands Schwedens.

Laut eigenen Aussagen vereint „In This Dim Light“ alles wofür Beverly Kills stehen: ein Mix aus verträumten und mitreißenden Hooks und roher Energie. Lasst euch also nicht täuschen von dem ruhigen Anfang, Schlagzeug und Gitarre verwandeln den Song in eine Rock-Hymne. Sängerin Alma Westerlund reflektiert über die Art von Menschen, die nach ein oder zwei Drinks den ganzen Abend zwanghaft über ihre Ex-Freunde reden, fast wie eine Art Selbstreinigung. Und auf diese Leute sind wir doch alle schon mal gestoßen, oder? Und ein wunderschönes Retro-Video gibt es zum Song auch!

HÅN – gymnasion

Herkunft: ITL // Genre: Synth-Pop // Socials: FacebookTwitterSpotify

Mit „gymnasion“ liefert die 22-jährige Italienerin HÅN einen locker leichten Synth-Pop-Track. Aufgewachsen in einem kleinen Ort in der Nähe vom Gardasee, wo Teile des Films „Call Me By Your Name“ gedreht wurden, zieht Giulia Fontana Inspiration aus der atemberaubenden Natur. Den Refrain hatte sie in nur 15 Minuten geschrieben und veränderte die Melodie für die finale Version auch nicht mehr. Es ist als hätte sich der Song von selbst geschrieben.

Der Songtitel ist mehrschichtig und passt somit auch gut zu den vielen musikalischen Layern des Tracks. „Gymnasion“ ist nicht nur die griechische Bezeichnung von dem sich das englische „gymnasium“ ableitet, sondern „ginnasio“ bezeichnet im Italienischen auch die ersten zwei High School Jahre. Genau die Zeit und der Ort an dem HÅN die Person aus ihrem Song traf.

BLUSHING BOY – Consumer

Herkunft: IRL // Genre: Alt-Rock // Socials: FacebookInstagramSpotify

Als wir in den Song „Consumer“ hörten, packte er uns auf Anhieb und wir ahnten noch nichts von der Geschichte die uns mit Blushing Boy verband. Aber zurück zum Anfang: hinter Blushing Boy stecken Ella Naseeb, Caoimhe, Eoin, Hannah & Sean aus Dublin. Die fünf Freunde trafen sich in einem unserer Dubliner Lieblings-Venues The Workman’s Club und machen seit ca. einem Jahr zusammen Musik. Mit „Consumer“ veröffentlichten sie nun ihre Debüt-Single und erinnern uns mit ihrem Alternative Rock Sound an die ebenfalls Irische Band Just Mustard.

Aber zurück zu unserer Verbindung: als wir also ein bisschen über die Band recherchierten, stellten wir fest, dass die Sängerin Ella letztes Jahr beim BIMM Live Event aufgetreten ist, zu dem wir damals geflogen waren. Mit dieser Info im Hinterkopf, kam uns der Name der Sängerin auch irgendwie bekannt vor. Aber bei den hunderten Bands die wir über die Jahre verteilt so sehen, dachten wir, wir hätten den Namen nur im Line Up gesehen. Diese Ungewissheit ließ uns aber keine Ruhe, sodass wir die Fotos und Videos von damals rauskramten und feststellten, dass wir Ella tatsächlich schon einmal in Dublin gesehen hatten. Und plötzlich kamen die Erinnerungen an einen sehr überzeugenden Auftritt wieder zurück.

BELLSAINT – Can’t Stop A Woman

Herkunft: USA // Genre: Alt-Pop // Socials: FacebookInstagramSpotify

Bevor Caroline Brooks ihr Projekt Bellsaint startete, schrieb sie u.a. für Natalie Imbruglia und The Script’s Danny O’Donoghue. Ihre Songs wurden in diversen Werbespots und Serien verwendet. Aufmerksamkeit hat sie dann aber durch ihr Cover des REM Hits „Losing My Religion“ erhalten deren Erlöse sie an das National Center for Victims of Crime spendet. Und das ist nicht ihre einzige gute Tat: sie ist ehrenamtlicher Coach beim LA’s Rock n‘ Roll Camp for Girls und unterrichtet Songwriting für gefährdete junge Mädchen.

Dem Song „Can’t Stop A Woman“ merkt man an, dass Bellsaint sich von Nancy Sinatra und französischem Pop der 60er Jahre hat beeinflussen lassen. Die Idee kam ihr durch das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit von Frauen und der Erkenntnis wie viel Ausdauer und Macht Frauen haben, wenn sie sich auf etwas konzentrieren. Herausgekommen ist eine kraftvolle Hymne für Frauen die von Carolines markanten Stimme getragen wird.

HOLY WARS – Legend

Herkunft: USA // Genre: Alternative // Socials: FacebookInstagramSpotify

Hinter der Gründung von Holy Wars steckt eine traurige Geschichte: 2015 verlor Frontfrau Kat Leon überraschend ihre Eltern. Dies entfachte in ihr allerdings so ein Feuer, dass sie gemeinsam mit Nicolas Perez die in LA ansässige Band Holy Wars startete. Sie spielten bereits im Vorprogramm von Papa Roach, Death Valley Girls und INVSN.

„Legend“ ist ein kritischer Song über die Musikindustrie. Er handelt von Begehren, Besessenheit, Kampf, Verzweiflung und der Vetternwirtschaft die manch einem Erfolg verschafft, der es eventuell nicht verdient hat. Musikalisch setzt sich der Song aus einem treibenden, harten Bass, atmosphärischen Gitarren und einer Grunge-/Punk-Attitüde zusammen.

Hier findet ihr alle Ausgaben von „Reingehört“.

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