Interview // IDER (Halloween Edition)

Erst vor wenigen Tagen sind IDER von ihrer ersten großen US- & Kanada-Tour zurückgekehrt, aber Zeit den Jetlag zu bekämpfen haben sie nicht. Denn morgen startet in Köln der zweite Teil der Europa-Tour und führt sie u.a. nach Amsterdam, Paris, London, Manchester und Dublin. Deutschland hatte das Duo bereits Ende letzten Jahres bereist. Ausgerechnet an Halloween spielten sie in Berlin und wir trafen Megusa und Lunging Lily – ähh Megan und Lily – damals im Frannz Club zum Interview.

Heute ist Halloween. Feiert ihr normalerweise diesen Tag?

LILY: Also mein Lieblingsfilm als ich ein Kind war, war Hocus Pocus. Ich liebte ihn. Aber wir haben nicht groß gefeiert. Süßes oder Saures haben wir nicht gespielt. Aber in unseren frühen Teenager-Jahren wurde es eine große Sache. Es war unsere Ausrede um Auszugehen, zu feiern, sich zu betrinken und für Ärger zu sorgen.

Das klingt interessant, könnt ihr irgendwelche Geschichten mit uns teilen? Was waren eure besten/peinlichsten Outfits?

MEGAN: Keine besonderen. Nur Konstümparties. Es ging so in Richtung Dead Cheerleader. Ihr wisst schon, das ganze „Ich versuche sexy auszusehen aber es gelingt mir nicht.“.

LILY: Oh ja, und ich habe mal in einem Pub gearbeitet. Ich war ganz neu dort und dann hieß es, dass wir uns für Halloween verkleiden sollen. Ich habe mich super gefreut und hab es mit dem Kostüm auf die Spitze getrieben. Also kam ich dort an mit diesem mega Outfit, von Kopf bis Fuß. Und dann hatten alle anderen nur Katzenohren auf.

Wenn euch heute jemand zu einer Halloween-Party einladen würde, als was würdet ihr euch verkleiden?

LILY: Ich würde vermutlich immer noch diesen Psycho-Look wählen. Oder aber in Richtung 18. Jahrhundert, Geister… vielleicht so einen Punk Rock Ghosty Big Dress Vibe.

MEGAN: Punk Rock? Im 18. Jahrundert?

LILY: Na ich meine… [hier mussten wir ihr ein bisschen nachhelfen] …Steampunk!

Bleiben wir beim Thema vorzugeben jemand anderes zu sein: ihr covert hin und wieder Songs (zuletzt Rihanna). Was mögt ihr an Cover-Songs?

LILY: Es ist ein sehr kreativer Prozess. Der Song ist schon da, du musst ihn nicht schreiben und es zwingt dich dich mit dem Song zu identifizieren.

MEGAN: Und ihn anders klingen zu lassen. Das ist die Herausforderung. Die besten Cover sind ja die, die keine Kopie des Originals sind und dich denken lassen „Den Song kenne ich doch von irgendwo her…“.

Schaut ihr euch die Cover-Videos an, wenn ihr z.B. auf Instagram getaggt werdet?

LILY: Ja! Es ist verrückt und man kann es manchmal kaum glauben! Es gab mal einen Typ, der hat einen Song von uns gecovert und er hat die verschiedenen Stimmen mit einer Loop-Station aufgenommen und das Video zeigte den ganzen Prozess. Ich weiß nicht mehr welcher Song es war, aber es war so gut. Die Leute werden so kreativ und es schmeichelt uns sehr, dass sie da so viel Zeit reinstecken. [Leider konnten wir das Video online nicht finden.]

MEGAN: Das einzige was du nicht willst, ist, dass jemand das Cover besser singt als du. Dann ist man in Schwierigkeiten. Oder es zeigt, dass du einen wirklich guten Song geschrieben hast. Und du aufhören solltest aufzutreten.

Wenn ihr euch wünschen könntet, dass jemand einen eurer Songs covert, welcher Künstler und Song wäre das?

MEGAN: Uhh, irgendwas außergewöhnliches. Ich glaube ich würde sterben, wenn Connor Oberst irgendeinen Song von uns singen würde.

LILY: Ja, „Saddest Generation“! Oder wenn Kendrick Lamar „Body Love“ oder „Clinging to the weekend“ covern würde.

Lily, welcher Song beschreibt Megan am besten und umgekehrt? Es kann entweder einer eurer Songs sein, oder von einem ganz anderen Künstler.

LILY: Uhhh, welcher Song beschreibt Meg am besten? „Bittersweet Symphony“ von The Verve.

MEGAN: Das ist so interessant!

LILY: Aber es stimmt. Es ist ein Klassiker, klassisches Songwriting. Der Song hat die Ironie in den Lyrics und die Melodie ist hooky.

MEGAN: Ok. Ich würde sagen „Love On Top“ von Beyoncé.

LILY: Nein, waaaaas?

[es folgte eine kurze Gesangseinlage – oh wie gerne würden wir diese mit euch teilen]

MEGAN: Ja, denn dieser unglaubliche Stimmumfang und die Tonartänderungen, das bist ein bisschen du. Nicht, dass du das machst, aber… es ist ein Kompliment, nimm es einfach an.

Gibt es etwas, in dem die jeweils andere nicht gut drin ist?

LILY: Ah, ja, Meg kann nicht kochen. Sie macht gute Eier, aber das ist es dann auch schon.

MEGAN: Worin ist Lil nicht gut drin? Ich hab das Gefühl, du bist nicht wirklich gut in Sport und Koordination. Nicht, dass ich besonders gut in Frisbee bin, aber…

LILY [etwas entsetzt mit hoher Stimme]: Also ich hatte definitiv das Gefühl, dass wir auf dem gleichen Level sind!

MEGAN: Ok, Fußball.

Was denkt ihr, wie würde euer Leben aussehen, wenn ihr in Berlin wohnen würdet?

LILY: Nun ja, wir überlegen grad nächstes Jahr für ein paar Monate nach Berlin zu ziehen…

MEGAN: In London haben wir ja schon zusammengelebt und wir haben hier ein paar Freunde und sind recht häufig in Berlin. Wir wären dann vermutlich irgendwo in Kreuzberg. Natürlich würden wir viel Musik machen, aber das wär eig. überall der Fall. Und ich würde viel ausgehen, bis zum Umfallen feiern und für drei Tage verschwinden.

Was macht ihr um Energie zu tanken?

MEGAN: In den Pub gehen. Wir lieben Pubs und mit unseren Kumpels abzuhängen. Einfach das Leben zu leben. Freunde und Familie treffen.

LILY: Ja und ich liebe die Natur. Einfach mal rauszukommen und woanders zu sein.

MEGAN: Joggen.

LILY: Und Yoga.

Habt ihr eigentlich schon mal auf Instagram geschaut, was die am beliebtesten Posts mit #ider sind?

IDER: Nein, das haben wir noch nie gemacht. Jetzt mache ich mir Sorgen… es ist eine Schule? Nein? Ein Fluss in der Mongolei?

[Es sind Posts eines türkischen Möbelgeschäfts.]

MEGAN: Oh, wir müssen jetzt wohl unseren Namen ändern.

LILY [schafft es nicht ganz ernst zu bleiben]: Ok, eig. wir haben ein Franchise in Möbel. Das ist unser Business in Instanbul.

Eine Frage die wir allen stellen: welche neuen Bands sollten wir aktuell auf dem Schirm haben?

MEGAN: Obongjayar, ein in London lebender Nigerianer. Es ist weitgehend Hip Hop, World Music. Er ist bei XL Recordings. Und unsere Jungs von San Scout. Grand Pax. Und kürzlich haben wir Joanna Sternberg entdeckt. Sie kommt aus New York und ihr kürzlich erschienenes Album wurde von der Presse hoch gelobt. Sie hatte tolle Reviews in Pitchfork und Billboard und viele Künstler schwärmen von ihr.

LILY: Che Lingo noch. Ein weiterer Rapper der wirklich gut ist.

Und zum Abschluss noch eine Frage der letzten Band die ich interviewed habe [IDER hat an dieser Stelle nicht erfahren, dass die Frage von Pale Honey kam]: Was bereut ihr am meisten in eurer Musik-Karriere?

MEGAN: Woah, no regrets!

LILY: Wisst ihr was ich sagen würde? Ich würde mir wünschen, dass ich mir selbst sagen könnte „Denk nicht über andere Sachen nach und mach einfach die Musik die du machen möchtest.“.

MEGAN: Dann würde ich aber die Frage aber umformulieren. Und zwar in „Was war die größte Lektion die du bisher in Bezug auf die Musik gelernt hast?“.

Auch IDER haben wir anschließend gebeten uns eine Frage für unsere nächsten Interview-Gäste mitzugeben. Und wir sind uns nicht ganz sicher, ob sie sich für die Frage von Pale Honey rächen wollten oder sich einfach nur einen Spaß draus gemacht haben, noch einen draufzusetzen. Aber so viel können wir sagen: sie haben uns keine Alternativfrage nennen wollen, sodass wir beim nächsten Interview allen Mut zusammennehmen müssen. Könnte etwas peinlich werden, aber was soll’s… da müssen wir jetzt durch.

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