Reingehört #19 // Europareise Route 1

Nachdem wir letztens in „Reingehört“ zu einer musikalischen Reise durch Deutschland aufgebrochen sind, hat uns schon wieder das Fernweh gepackt. Diesmal wagen wir uns noch ein bisschen weiter und unsere erste Route führt uns durch den kühlen Norden. Und auch wenn Norwegen nicht zur EU gehört, machen wir auf Grund der Nähe zu Schweden (und der guten Musik!) auch einen Abstecher in dieses wunderschöne Land. Begleitet uns in dieser Ausgabe von „Reingehört“ auf Route 1 unserer Europareise.

VAARIN – Bitter Taste Of Goodbye (EP + Video)

Bei so einem Titel dürfte allen sofort klar sein, dass sich die Songs um die ganz großen Gefühle drehen müssen. Und die Debüt-EP „Bitter Taste Of Goodbye“ von Vaarin ist wirklich intensiv. Wir hatten die Ehre die junge Norwegerin letzten Jahres bei einem exklusiven Empfang in der norwegischen Residenz live erleben zu können und kriegen immer noch Gänsehaut wenn wir an den Auftritt zurückdenken. Zum Titeltrack der EP “Bitter Taste Of Goodbye” gibt es zudem ein wunderschönes Musikvideo, das die Enttäuschung einer verlorenen Freundschaft visualisiert. Wir wissen nicht ob ihr bereit seid in die Welt von Vaarin einzutauchen; wir waren es damals definitiv nicht, wissen aber auch nicht wie wir euch darauf vorbereiten sollen. Daher: hört rein, schaut es euch an und vor allen Dingen fühlt es!

ELINA – Blue (Single)

Die Schwedin Elina hat es in kürzester Zeit geschafft, sich eine große Fan-Gemeinde aufzubauen. Kein Wunder. Wer einmal einen ihrer Songs gehört hat, kann sie nicht wieder vergessen. Seit ihrer EP „In Hindsight“ von 2019 hangeln wir uns von einer Single zur nächsten und warten sehnsüchtig auf die nächste EP. In ihrem neuesten Track „Blue“ besingt sie das Gefühl des Loslassens und Friedenschließens mit der Vergangenheit. Denn diese ist es schließlich die uns zu dem gemacht hat, was wir geworden sind. Und wär die Musik nicht schon schön genug, werden ihre Singles auch noch mit bezaubernden Cover-Illustrationen gekrönt.

LYDMOR – Someone We Used to Love (Single + Video)

Teilweise beeinflusst von dem Klassiker „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde, zeigt Lydmor in „Someone We Used to Love“ ihre verwundbare Seite, aber auch die Stärke die mit der Erkenntnis der eigenen Zerbrechlichkeit einhergeht. Das dazugehörige Video zeigt Aufnahmen von ihrem Konzert im Vega, Kopenhagen. Und Lydmor ist ein sehr gutes Beispiel, wie kreativ man mit der aktuellen Lage umgehen kann. Neben üblichen Livestream-Konzerten, komponierte sie gemeinsam mit ihren Fans einen Isolation Song (diese konnten Lyric-Ideen und Aufnahmen einschicken). Und erst kürzlich brach sie zur „Trust Tour“ auf, bei der sie für max. 9 Leute in deren Wohnzimmern performte.

GRANT – Words (Single + Video)

Einigen von euch mag aufgefallen sein, dass wir Dauergast bei den „Ja Ja Ja“-Veranstaltungen im Berliner FluxBau sind. Dort haben wir letztes Jahr die 25-Jährige Schwedin Grant entdeckt, die uns mit ihrer kräftigen Stimme und energiegeladenen Performance überzeugte. Nachdem sie den (wirklich tollen, James-Bond-würdigen) Titelsong für die schwedische Serie „Fartblinda“ beisteuerte, meldete sie sich letzte Woche mit „Words“ zurück. Einer gefühlvollen Pop-Ballade über Missverständnisse die in Beziehungen durch einfache Worte entstehen können. Ein Video gibt es dazu ebenfalls und irgendwie haben wir jetzt Appetit auf ein Toastbrot mit Käse und Gurken.

THE ELLA SISTERS – Cars (Single + Video)

Irgendwie hat es immer etwas ganz besonderes an sich, wenn man eine Band mit ihrem allerersten Song entdeckt. Man wünscht sich zwar, es gäbe bereits mehr Musik zum Hören, aber da ist auch diese Neugier auf das was noch alles kommen wird. The Ella Sisters ist genau so ein Fall. „Cars“ ist die erste Single des norwegischen Zwillingsduos und ein kräftiger Pop-Song, der das Gefühl des Verlassenseins schildert. Maren und Charlotte erklären: „Der Song beschreibt jemanden, der dich verlässt, um anderswo sein Glück zu suchen, ohne dabei an das mögliche Bedauern über den Verlust zu denken”. Wir sind schon auf die im August erscheinende Debüt-EP “Queens” gespannt und natürlich auch auf ihre Live-Shows die hoffentlich folgen werden.

NAROU (with iris) – Her Love (Single)

Der in Wien geborene, aber in Berlin lebende, narou und die Norwegerin iris zeigen uns mit „Her Love“ wie ein Duet zu klingen hat. In nur einer gemeinsamen Session in Norwegen haben die beiden ihre musikalischen Stile und eigenen Erfahrungen zu diesem herzzerreißenden Track verschmolzen. Und auch wenn beide von unterschiedlichen Erlebnissen singen, so harmonieren sie doch perfekt. narou sagt, „‚Her Love‘ ist die Geschichte des Verlusts von jemandem, der manipulativ ist. Man liebt diese Person immer noch, aber man hat erkannt, dass man nie wirklich Liebe zurückerhalten hat.“, wohingegen es bei iris „in den Texten um Gedankenkontrolle [geht], irgendwo, wo es keine Liebe mehr gibt, nur noch Egoismus.“.

KAPE YEEL – Timeout (Single + Video)

Kape Yeel wurde als Antwort auf die Frage gegründet: „Warum gibt es in Schweden keine Bands mehr?“ Jetzt gibt es mindestens eine. Das erste Mal hatten wir die drei Brüder beim „Die Neuen Schweden“ Festival im Berliner Urban Spree gesehen und wir erinnern uns noch gut an den rockigen Indie-Pop und die ausgelassene Stimmung auf der Bühne, die sofort ansteckte. Die Schweden nehmen euch in ihren Songs mit auf eine lyrische, visuelle und musikalische Achterbahnfahrt auf unentdecktes Territorium zwischen heute und damals.

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Titelbild: Vaarin, © Morten Skalstad

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