Interview // Matija – byebyeskiesofyesterday

Matija byebyeskiesofyesterday

Matija, die Band aus München um Matt, Jan und Sami, haben am Freitag ihr zweites Album „byebyeskiesofyesterday“ veröffentlicht. Das Album ist eine wunderschöne Kombination aus Melancholie, Sehnsucht, Reflektion der Vergangenheit und hoffnungsvoller Blicke in die Zukunft. Die beruhigenden Klänge der Gitarre und des Klaviers halten einen in dieser Zeit fest verankert. Es beginnt mit dem Song „absolutelynothingtoday“ und formt mit dem Albumtitel, „byebyeskiesofyesterday,“ einen runden Abschluss. Wir hatten die Gelegenheit, mit dem Sänger Matt kurz vor dem Release im Interview über das neue Album seiner Band Matija zu sprechen.

Wer ist Matija?

Zu Beginn stellt Matt seine Band kurz vor: Jan spielt Gitarre, Keyboard und Synthesizer, Sami ist am Schlagzeug und er selbst spielt Gitarre, Blockflöte (auch sein Studienfach an der Uni) und singt. Die meiste Zeit verbringen sie im Studio oder, unter normalen Umständen, auf Tour. „Aufgrund des Standortes München,“ wie Matt höflich die Lebenshaltungskosten der Stadt umschreibt, „hat jeder noch seine Nebeneinkünfte, der Fokus liegt bei uns aber immer bei der Musik. Das sagt Matt auch auf die Frage, was er denn für einen Beruf ausüben würde, wenn es die Musik denn nicht geben würde. Ganz klar liegt sein Herz bei der Musik und an etwas anderes möchte er gar nicht denken.

byebyeskiesofyesterday

Byebyeskiesofyesterday ist kein Konzeptalbum, jeder Song steht für sich. Nichtsdestotrotz stehen sie unter dem gleichen Projekttitel, nämlich dem Namen des Albums. Es geht darum, der Vergangenheit ade zu sagen und mit einem weinenden und einem lachenden Auge der Zukunft entgegen zu sehen. Der erste Song, absolutelynothingtoday, wurde genau zu Beginn von Corona veröffentlicht. Obwohl, wie Matt im Interview sagt, Kritik aufkam, dass der Zeitpunkt des Releases ein guter Marketingschachzug von Matija war, war der Song bereits ein Jahr vorher fertig und steht unabhängig von der Corona-Krise. „Bei dem Song ist es interessant, dass man das Musikstück aus der Perspektive der modernen Leistungsgesellschaft betrachten kann.“

Matt greift im Gespräch einen interessanten Gegensatz auf. In unserer westlichen Kultur können wir meistens machen, was wir wollen, aber es immer etwas ganz besonderes sein. Nichtstun ist etwas, das wir hin und wieder brauchen. Matt sagt, er selbst kann das. „Für mich ist es klar getrennt: Ich habe mein Leben als Musiker, in dem ich viel unterwegs und auf Strom stehe. Wenn ich abschalte, dann mache ich Dinge die nichts mit Musik zu tun haben, aber immer mit Kunst.“ Er kocht, liest, macht Jiu Jitsu. Matt interpretiert Nichtstun als „nichts tun, womit ich Geld verdiene“ und nicht unbedingt faul auf der Couch rumliegen.

Die Songs entstehen oftmals durch bereits bestehende Songs, die in einem Jam zu neuen Ideen werden. Die Texte schreibt Matt vorwiegend selbst. Obwohl ihre Musik klar in die Indie-Pop-Sparte fällt, kommen ihre Einflüsse von überall her. Er nennt Dream Theater und Death Cab for Cutie als Einflüsse, genauso wie Klassik; Barock und Renaissance, Radiohead und Bands aus Frankreich. Auf dem Album kann man hiervon vor allem die französische Musik wiederfinden. Matt ist sehr frankophil aufgewachsen, war oft dort und auch in einer Beziehung mit einer französischen Frau.

Musik und München

Sie haben drei Jahre auf die Platte hingearbeitet. Auf die Frage, was in diesem Jahr trotz der schwierigen Phase ein Highlight war, antwortet Matt: „Ich will ganz ehrlich sein, ich fand dieses Jahr ganz schön schwer und beschissen. Alle freischaffenden und kreativen Berufe tun sich so schwer.“ Als positives Beispiel, wie man trotz Auflagen ein kleines Konzert spielen kann, nennt er eine Show vor kurzem in Ulm. Dort haben sie vor 80 Leuten auf Sitzplätzen mit freiem Eintritt gespielt. Besonders in Zeiten von Corona findet Matt es wichtig, die Kultur aufrecht zu erhalten.

Die Münchner Szene beschreibt er so: „Sie war schon immer da, wenn auch nicht so groß wie die Hamburger oder Berliner Schule. Wir sind hier inzwischen gut vernetzt, unter anderem mit den KYTES und Bands aus Regensburg und Österreich. Grund dafür ist auch BY-on, das bayerische Förderprogramm, das uns zusammen auf Seminare geschickt hat. Es ist schön, dass hier ein Zusammenhalt entsteht, der auch der Szene in München guttut.“ Dass die Stadt nicht so groß ist wie Berlin sieht er als kreativen Pluspunkt, da man so viel schneller Projekte auf die Beine stellen kann.

Matija, Mode und Kunst

Für Matt ist Mode, Musik und Kunst unweigerlich verbunden und er trifft oft die Entscheidungen der Kleidungswahl der Band. Er sagt: „Ich bin sehr Mode-affin, die anderen beiden gar nicht so sehr, dazu stehen sie auch. Obwohl sie sich trotzdem cool anziehen. Ich habe eine sehr große Begeisterung für Modedesign und bin oft federführend.“ Ihre Musikvideos sind oft sehr kreativ gestaltet mit einem speziellen Blick für die Kamera- und Bildeinstellungen. Außerdem haben sie erst vor kurzem für den Bayerischen Rundfunk in München im Museum Brandhorst gedreht.

Eigentlich hatten Matija eine Tour geplant, die im Frühjahr hätte stattfinden sollen. Stattdessen konnten sie nicht einmal davor das Album ganz fertig machen. Erst als man sich wieder treffen konnte, sind sie ins Studio um das Album zu mischen. Nachdem die Tour inzwischen bereits immer wieder verschoben wurde hoffen wir, in 2021 endlich zur byebyeskiesofyesterday Tour gehen zu können.

Mehr zu Matija: WebsiteFacebookInstagramSpotify

Be first to comment