Interview // Schatzi: Animalia Parc

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Schatzi, drei Jungs aus Trier, von denen man noch nicht genug gehört hat, haben am Freitag ihre Debüt-EP „Animalia Parc“ veröffentlicht. Wir konnten sie zum Interview in Berlin treffen und einige der offenen Fragen stellen.

Wer sind Schatzi?

Die Band besteht aus Julian, Yannik und Jeremias, man könnte fast meinen, die drei hätten sich aufgrund ihrer Namen oder Gemeinsamkeiten zusammengetan, dabei sind Yannik und Jeremias Brüder und kennen Julian, den Sänger, schon aus ihrer Jugend in Trier, ihrer Heimat in der sie immer noch wohnen. Yannik und Jeremias kommen aus einem Elternhaus, in dem viel Platz für Musik gemacht wurde, auch Julian hatte lange Musikunterricht, bis er zunächst alleine angefangen hat, Songs zu schreiben. Nach einer kurzen musikalischen Kennenlernphase brauchten die drei einen Grund, um ihre Band offiziell zu machen, welcher sich 2018 im lokalen Bandcontest präsentiert.

Obwohl sie von den vorgegebenen 30 Minuten nur 15 Minuten spielen konnten und es, laut Julian, nichts bringt im Jahr 2018 noch an einem Bandwettbewerb teilzunehmen, haben Schatzi sich nicht entmutigen lassen und trotzdem teilgenommen. Sie wurden aufgrund der Länge ihres Sets zwar disqualifiziert, nichtsdestotrotz gab es €50 für die Beteiligung. In Trier geht nicht sehr viel in der Musikszene.

Musik, Film und Pop

Bei ihren Songs kommt die Musik vor dem Text. „Die Songs funktionieren meistens in Bildern und in einem Gefühl, das dieser Song auf den Kopf treffen muss.“ Manche Lieder entstehen in einem sehr langen Prozess, an manchen haben sie von 2018 bis zur Fertigstellung der EP in diesem Jahr gearbeitet. Der gemeinsame Prozess der Entstehung der Lieder hat, wie Yannik beschreibt, der Band über die letzten Jahre geholfen, sich zu definieren. Die Einflüsse von Schatzi umfassen „Hiphop, Teenager-Rock und Ami-Zeug.“ Der gemeinsame rote Faden findet sich im Interesse an Popkultur. Trotzdem schreibt Julian die meisten Texte immer noch alleine. Sie orientieren sich sehr am Filmischen. In den Songs tauchen Referenzen zu Romy Schneider oder River Phoenix auf.

Aber nicht nur alte Legenden sind wichtig, sie mögen auch 2000er Klatsch und deutsche Stars. Die Band lebt im Moment. Was in fünf Jahren passiert, darüber möchten sie jetzt noch gar nicht nachdenken. „Authentizität zu vermitteln und gleichzeitig etwas rundes, besonderes zu erschaffen ist ein Spagat. Wir sind der absolute Gegenentwurf zu diesem hyperauthentischen, was gerade jeder fährt. Es ist für uns einfach nicht authentisch, die ganze Zeit zu broadcasten und Stories zu posten. Wir wollen Musik machen, wir sind Musiker.“ Zusammen mit zwei Freunden kreieren und produzieren sie ihre Musikvideos. Schatzi ist ein ästhetisches Gesamtkonzept. Ihr Alter wollen sie (noch) nicht verraten.

Animalia Parc

Animalia Parc ist keine Konzept-EP, aber sie spannt einen Bogen um den Prozess der Entstehung von Schatzi. Die Lieder wurden vor, während und nach der Entscheidung der Plattenfirma geschrieben. „Die Songs auf der EP sind die Blaupause für alles, was noch kommt. Man hat den Sound zwar nicht zu Ende entwickelt, aber man weiß jetzt in welche Richtung man ich bewegen kann.“ Auch wenn sie teilweise sehr unterschiedlich klingen, werden die Songs zusammengehalten vom selbstkritischen Prozess der Band. Kurz stand im Raum, dass der Produzent von Bilderbuch, Zebo, Animalia Parc produzieren soll, aber es hat sich falsch angefühlt. „Nach drei Tagen in Wien war es zwar eine riesige Bereicherung, aber wir schulden es uns, aus unserem kleinen Ort und unter unseren Bedingungen das Album entstehen zu lassen.“

Eine Release-Party konnte leider nicht im klassischen Sinne stattfinden. Eine Tour für Herbst stand zwar im Raum, aber selbst die Musikvideos mussten zum Teil verschoben werden. Da die EP bereits Anfang März fertig war, konnten sie zumindest seit langem mal durchatmen bis Oktober. Aber Schatzi haben noch kaum gemeinsame Live-Erfahrungen machen können, man merkt, dass es sie in den Fingern juckt, das Album auf der Bühne zu spielen. Wenn man sie nach ihrem Lieblingssong fragt sind sie sich relativ einig. „Bei Vroom entstanden die größten emotionalen Auseinandersetzungen. Dort ist die emotionale Verbundenheit am stärksten.“

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