Wer meine letzten Konzertankündigungen gelesen hat, weiß, dass ich mich auf dieses Konzert besonders gefreut habe: The Last Dinner Party.
Positive Überraschung: Sunday (1994)
Eröffnet wurde die Show durch die Vorband Sunday (1994) und ich muss zugeben: Die Band hat mich positiv überrascht. Als ich mir die Songs zuvor angehört habe, hat mich die Musik leider nicht ganz abgeholt. Live wiederum muss ich zugeben, dass die Band und vor allem auch Frontsängerin Paige Turner eine tolle Performance abgeliefert haben.
Musikalisch liegt Sunday (1994) eher im ruhigeren Spektrum, was sie aber nicht daran gehindert hat, einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Song Shame, der am 13.03.2026 gemeinsam mit ihrem Album Devotion [Deluxe] erschienen ist. Da lohnt es sich auf jeden Fall reinzuhören.
Richtiges Konzert, Falsche Crowd
Nach Sunday (1994) war ich bereit völlig von The Last Dinner Party abgeholt zu werden und ganz viel zu tanzen. Letzteres ist leider nicht passiert. Während ich mich total gefreut habe, als die Band die Bühne betreten hat, und mich direkt zur Musik bewegen wollte, musste ich leider feststellen, dass die Crowd es bevorzugt hat, nur mit dem Kopf zum Takt zu nicken oder die Bühne zu filmen. Versteht mich nicht falsch: Jede*r kann ein Konzert so genießen, wie er*sie es gerne möchte. Trotzdem wurde mir dort stellenweise ein unangenehmes Gefühl dafür gegeben, dass ich gerne tanzen und mitsingen möchte.
The Last Dinner Party hingegen hat zumindest auf der Bühne nichts zu kurz kommen lassen. Abgesehen von den traumhaften Outfits und einem Bühnenbild, das dem in ihren Songs gemalten Vibe mehr als gerecht geworden ist. Besondere Erwähnung hier einmal an Abigail und ihr wunderschönes Kleid + Piratenhut.
Besonders gefallen hat mir, dass alle Bandmitglieder gesanglich an der Live-Experience beteiligt waren. Das beste Beispiel hierfür ist einer meiner Lieblingssongs der Band: Woman Is a Tree. Aber auch die Vielfalt an Instrumenten, die hier verwendet wurden, darunter ein Saxophon, eine Querflöte und eine Keytar, haben mich für die Zeit der Show in eine andere Welt katapultiert.
„[Our songs are] not emotionally filled until we sing them with you.“
Abigail hat im Namen der ganzen Band davon berichtet, wie anders sich ihre Songs live mit Publikum anfühlen und dass sie dadurch in jeder Stadt der Tour irgendwie anders sind. Dieses Gefühl konnte ich, als ich meinen Weg zum Rand gesucht habe, wo es mehr Platz und entsprechend mehr Menschen gab, die getanzt haben, auch genau so unterschreiben.
Ein weiteres Highlight für mich war die sog. Ribbons- beziehungsweise Bändchen-Aktion, die The Last Dinner Party bei jeder Show veranstaltet. Gegen 5 € Spende kann man eines der Bänder mit dem Aufdruck The Last Dinner Party bekommen. Der Erlös geht dabei an eine lokale Hilfsorganisation, um in jeder Stadt, in der sie spielen, einen positiven Impact zu erreichen – in unserem Fall war es die Tafel Köln.
Stimmung statt nur Ästhetik
Musikalisch war The Last Dinner Party alles, was ich mir live von ihnen erhofft hatte und etwas, das ich sehr gerne noch einmal erleben würde. Ich würde die Show gleichzeitig romantisch und rebellisch bezeichnen und das auf die positivste Art, die nur möglich ist. Ich hätte mir ein Publikum gewünscht, das dieser Fantasie eines Schauspiels etwas mehr entsprochen hätte und die Verspieltheit der Band und ihrer Musik mehr als nur optisch aufgegriffen hätte.
Trotzdem kann ich alles in allem nur von einer positiven Konzerterfahrung sprechen. Die lustigen Dialoge zwischen Abigail und den ersten Reihen hat hier das freundschaftliche und intime Image der Band nur weiter unterstrichen.
Wenn The Last Dinner Party das nächste Mal auf Tour geht, werdet ihr hier auf jeden Fall wieder davon hören.
Welcher Typ Konzertgänger*in seid ihr? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
