Isolation Berlin wurde 2012 in Berlin gegründet und zählt seitdem zu den markanten Stimmen der deutschsprachigen Gitarrenmusik. Ihr Sound bewegt sich zwischen Indie-Rock, Post-Punk, Pop und Chanson, wobei die Band ihre stilistisch schwer einzuordnende Musik selbst augenzwinkernd als „Protopop“ bezeichnet. Charakteristisch sind die melancholisch-nervösen Texte und der eindringliche Gesang von Sänger Tobias Bamborschke, die oft Themen wie Großstadtleben, Einsamkeit und existenzielle Verunsicherung behandeln. Seit ihrer Gründung hat sich die vierköpfige Formation durch mehrere Alben, ausgedehnte Tourneen und eine intensive Live-Präsenz als feste Größe der deutschen Indie-Szene etabliert.
Grund genug für hoers.de bei ihrem Konzert im Rahmen der Electric Babies Tour am 09.05.2026 im Cairo in Würzburg mit dabei gewesen zu sein!
Fluppe










Los ging es jedoch erstmal mit Fluppe. Fluppe sind ein Quartett aus Hamburg, das eine ganz eigene Mischung aus Post-Punk, Rock der Hamburger Schule, Pop und Shoegaze spielt.
Live hat mir besonders der atmosphärische Gitarrensound gefallen, der nicht nur shoegazig, sondern teilweise fast schon postrockartig klang und so einen dichten, atmosphärischen Soundteppich erzeugte. Die Lieder waren meist von Melancholie getragen, dabei aber immer mitreißend, stampfend und vorantreibend.
Energiegeladener Einsteig von Isolation Berlin
Nach diesem gelungenen Auftakt ging es nach einer kurzen Umbaupause mit Isolation Berlin weiter. Isolation Berlin habe ich vor über einem Jahrzehnt – ich glaube, es war 2014 oder 2015 – schon einmal auf dem Obstwiesenfestival in Ulm gesehen und fand sie damals schon extrem gut.
Beim Konzert im Cairo konnte man ihnen ihre über viele Jahre gewachsene Bühnenerfahrung noch einmal deutlich anmerken. Isolation Berlin starteten direkt mit einigen Krachern und zeigten sich zu Beginn ungewohnt hart. Das zeigte jedoch voll Wirkung und das Publikum ließ sich von Anfang an extrem mitreißen.
Im Laufe des weiteren Konzerts schlugen sie dann jedoch vermehrt wieder etwas ruhigere Töne im typischen Isolation-Berlin-Sound an, dessen Klang so einzigartig irgendwo zwischen Hamburg und Wien liegt. So spielten sie mit Liedern wie „Aquarium“, „Verliebt in dieses Lied“, „Alles grau“, „Serotonin“ oder als Zugabe „Isolation Berlin“, viele vertraute Songs, bei denen das gesamte Publikum begeistert mitsang.














Die Nähe kleiner Clubs
Während sich der Großteil der Band auf der Bühne eher distanziert (oder sollte man hier eher isoliert sagen?) zeigte, war Sänger Tobias Bamborschke extrem charismatisch und schaffte es von Anfang an, das Publikum für sich einzunehmen. Er tanzte, hüpfte und sprang über die Bühne, fuhr sich verzweifelt mit den Händen durch Haare und Gesicht und präsentierte dabei einen mitreißenden Gesang. Mal schrie er wutentbrannt, dann sang er wieder völlig inbrünstig, um später in eine verzweifelte Melancholie zu wechseln.
Insbesondere durch die eher kleine Bühne ohne Graben gelang es ihm, eine fantastisch enge Verbindung zum Publikum aufzubauen. Er beugte sich immer wieder in die Menge, hielt den Zuhörerinnen und Zuhörern das Mikrofon hin und sorgte einfach für große Begeisterung. Und das machte sich bereits nach kurzer Zeit bemerkbar. Das Publikum hüpfte, tanzte, bildete immer wieder kleine Pogos und allen war die Freude am Konzert deutlich anzusehen. Genau so sollten kleine Clubkonzerte sein und dieses Konzert zeigte eindrucksvoll, wie eng die Bindung zwischen Musikerinnen und Musikern und dem Publikum sein kann.
Perfekte Organisation im Cairo
Großer Lob gilt hier auch dem Cairo für die perfekte Organisation und den hervorragenden Sound. So gab es beispielsweise kostenlos Wasser, Ohrstöpsel und Tampons sowie geschlechtsunspezifische Toiletten. Eigentlich alles Dinge, die heutzutage Standard sein sollten, es aber leider in vielen Clubs noch nicht sind.
Fazit
Es bleibt ein dichter und mitreißender Konzertabend in Erinnerung, der einmal mehr gezeigt hat, wie intensiv und atmosphärisch kleine Clubkonzerte sein können. Ein Abend, der die besondere Nähe und Energie solcher Veranstaltungen eindrucksvoll unter Beweis stellte und dabei rundum perfekt organisiert war.
Großer Dank geht an Wolfgang Thiel von c.o.p.-concerts und Domi Schuster von Koala Concerts die mir den Konzertbericht ermöglicht haben!
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