Thees Uhlmann mit „Junkies und Scientologen“ zurück

Fünf Jahre hat Thees Uhlmann nicht mehr gesungen. Nach einer erfolgreichen Zeit mit der Band Tomte und dem ersten Soloalbum „Thees Uhlmann“ und dem darauffolgenden „#2“ meldet sich der Vollblutmusiker ENDLICH zurück! Sein drittes Album „Junkies und Scientologen“ kam letzten Freitag beim Label Grand Hotel van Cleef heraus.

Der Wahlberliner wurde vor 45 Jahren in Hemmoor bei Cuxhaven geboren. Bei den Meisten ist Thees bekannt als Sänger und Gründer der Hamburger Band Tomte. Doch ab Sommer 2011 begann er sich als Solokünstler durch die Clubs und Festivals des Landes zu spielen. Seit 2015 versucht er sich auch als Romanautor und brachte „Sophia, der Tod und ich“ heraus. Wer mehr von ihm lesen möchte, muss sich gar nicht mehr lange gedulden! Am 10. Oktober erscheint sein neues Buch „Thees Uhlmann über Die Toten Hosen“ und erzählt von deren Freundschaft.

Kreativität braucht ihre Zeit

Ja, wir mussten uns nun wirklich lange gedulden! Und dazu steht Thees auch, denn schon im Opener spricht er es sofort aus: „Fünf Jahre nicht gesungen“.  Nach einer kleinen kreativen Krise und vielen verworfenen Songideen, nahm das neue Projekt langsam wieder seinen Lauf. „Ich bin der Fahrer, der die Frauen nach HipHop Videodrehs nach Hause fährt“ war sein erster Song, den er für das Album geschrieben hat. Mit einer Gitarrenmelodie ging er zu Simon Frontzek und Rudi Maier, die ihn seitdem als Produzenten und Musiker begleiten. Sie pushten ihn und es wurde endlich Zeit für eine dritte Platte mit zum Teil neuen Musikern.

Die einfachen Dinge des Lebens

Es sind die kleinen Dinge, die Thees so fasziniert betrachtet. Mal kritisch, mal wütend, mal einfach nur unterhaltsam oder mit einer guten Portion Humor. Aber immer direkt und geradeaus. Sehr reflektiert schaut er auf den Alltag und die heutige Zeit des Auf- und Umbruchs. Er hat insbesondere ein Auge für die Themen, denen in unserer Gesellschaft noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird und üblicherweise eher weniger Songs gewidmet werden. Warum nicht auch mal das „normale“ Leben feiern und mal nicht die Möchtegern- Influencer auf Instagram? Und warum sich auch nicht mal fragen, wer eigentlich die Frauen nach den Videodrehs wieder Heim bringt, nachdem sie ihre schönen Körper in die Kamera gehalten haben?

DER Soundtrack zum Herbst

Ein mit Indierockmusik unterlegtes Gedankenkarussell, einfach der passende Soundtrack zum Herbst. Mit jedem Song spricht er so persönlich zu uns und lässt uns an all seinen Emotionen teilhaben. Distanz ist für ihn ein Fremdwort. Auch negative Erfahrungen und die dunklen Seiten des Lebens finden auf der Platte einen Platz. So singt Thees in mehreren Songs über die Angst und bedankt sich in einem Titel sogar bei ihr. Jeder kennt dieses Gefühl, mit dem wir uns tagtäglich herumschlagen. Und selbst daraus lässt sich etwas Gutes schöpfen und sei es nur, dass es jedem so ergeht und sich nicht allein damit fühlen muss. Und eine Songzeile bringt es am Besten auf den Punkt:

Das Leben ist kein Highway, es ist die B73.

© Ingo Pertramer

Über Stephen King, Katy Perry und Avicii

Thees singt nicht nur über die Menschen in seiner Umgebung. „Danke für die Angst“ ist eine Hommage an den US- Horror- Autoren Stephen King. Auch Katy Perry nimmt einen Platz auf seinem Album ein: „Katy Perry, spüre deinen Schmerz und komm´ zum GHVC!“ Ja genau, damit ist sein eigenes Label Grand Hotel van Cleef gemeint, welches 2002 von Thees und den Kollegen Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff von Kettcar ins Leben gerufen wurde. Die Songzeilen „Alles Gute kommt von oben“ werden dem bereits verstorbenen Star- DJ Avicii aus Schweden gewidmet. Dennoch ist es ein Gute- Laune- Hit, der anstatt eines F- Dur ein A- Moll bereithält und uns schonmal ein Tränchen verdrücken lässt. Er singt aber auch über den Schornsteinfeger der Pech hat, Bob Dylan, für den Schlachter der nachts heimlich einen Vegetarier küsst und für den Dealer am Görli.

Thees Uhlmann- Avicii

Toll, Toller, Thees

Er ist sich und seiner Musik treu geblieben und man merkt, dass ihm Rockmusik noch etwas Wert ist. Mal zügig mit Gitarrensounds, wie wir sie von Thees kennen und lieben. Dann mal wieder ruhiger mit Klavier. Häufig auch nur von einer Melodie getragen. Dennoch lohnt sich für ihn auch mal der Blick in andere Musikgenres, um zu erkennen, dass die Künstler untereinander doch so einiges miteinander verbindet.

Kunst wird nicht schlecht, nur weil das viele hör´n.

Und zum Schluss eine gute Nachricht: es gibt noch Tickets für das Zusatzkonzert in der Columbiahalle am 14. Dezember! Hier gibt es die letzten Karten zu kaufen. Neben dem Album hat Thees auch noch eine kleine Bonusplatte mit 8 gecoverten Songs rausgebracht. Alle Stücke stammen von Künstlerinnen der deutschen Popkultur. Also wir finden: unbedingt anhören! Hier könnt ihr euch die Platten auch nach Hause bestellen.

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