5 Fragen an // Joe P

Joe P

Ihr habt bislang noch nichts von Joe P gehört? Kein Problem, das verzeihen wir euch. Schließlich hat der ehemalige Frontsänger der Alternative-Rock-Band Deal Casino gerade erst seine Solo-Karriere gestartet – und die könnte gar nicht vielversprechender sein! Songs, die so richtig unter die Haut gehen und eine Stimme, die zum Träumen einlädt. Für uns einer der talentiertesten Musiker unserer Zeit. Wir haben Joe P nun fünf Fragen gestellt, in denen er unter anderem mehr zu der Trennung von Deal Casino verrät.

Interview

Wie hat sich dein Alltag durch die Pandemie verändert und auf welche Art hat sie deine Musik beeinflusst?

Vor Corona habe ich täglich Musik gemacht, so wie jetzt auch, aber es fühlt sich ein bisschen anders an, wenn es wirklich nichts anderes zu tun gibt. Der Mangel an Ablenkungen lenkt auf seine Weise fast ab. Ich wache jeden Tag auf, mache eine Tasse schwarzen Tee, gehe runter in meinen Keller und nehme einfach auf, bis es Zeit ist, irgendwas zu essen. Im Keller zu sein ist nicht gerade ideal, auch weil wenig bis gar kein Sonnenlicht durch die kleinen Fenster scheint, also muss ich versuchen, mich daran zu erinnern, hin und wieder für ein paar Minuten nach draußen zu gehen.

Du warst der Frontsänger von Deal Casino. Wieso habt ihr euch aufgelöst, gerade als ihr dabei wart, auch international bekannter zu werden?

Die Band hat sich getrennt, weil Covid-19 die Welt auf Eis gelegt hat. Es machte Touren unmöglich und es fühlte sich einfach unmöglich an, als Band voranzukommen. Diese Pandemie hat die Menschen gezwungen, wirklich in sich selbst zu schauen und herauszufinden, was sie wahrhaftig im Leben wollen. Leider wollten nicht alle in der Band den Weg fortsetzen, auf dem wir uns befunden haben, also gingen wir getrennte Wege. Wir sind natürlich alle noch im Guten miteinander.

Was können wir von deiner Solo-Karriere erwarten?

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht einmal, was ich erwarte, also glaube ich nicht, dass ich eine genaue Antwort darauf geben kann, aber hoffentlich kann ich ein bisschen gute Musik machen und Songs schreiben, mit denen sich Leute verbunden fühlen. Es war großartig, einige Menschen zu sehen, die sich dem kleinen bisschen Musik verbunden gefühlt haben, das ich bisher veröffentlicht habe. Social Media hat mir geholfen, das Projekt in Schwung zu bringen, was mich erstmal nervös gemacht hat, wenn man bedenkt, dass all meine „Zahlen“ wieder bei Null beginnen mussten. Ich bin dankbar für das bisschen, was noch auf meinem Account übrig geblieben ist. Die nächste Single, Middle-Class Dream, erscheint am 20. November und irgendwann in naher Zukunft werde ich eine EP veröffentlichen.

Sind deine Songtexte autobiografisch? Was inspiriert dich dazu, diese berührenden Texte zu schreiben?

In meinen Songs ist alles mehr oder weniger autobiografisch. Ich schreibe einfach, was sich für mich gut anfühlt, und manchmal bedeutet das auch, in eine Rolle zu schlüpfen. Aber alles, was ich schreibe, hat einen Teil meines tatsächlichen Lebens in irgendeiner Weise mit drin. Zum Beispiel muss es beim Singen über so etwas wie Herzschmerz nicht unbedingt um eine romantische Beziehung zwischen zwei Menschen gehen. Man kann ein gebrochenes Herz auch nur in sich selbst erleben, ohne dass jemand anderes involviert ist. Die meisten meiner Texte sind solchen Urpsrungs. Selbstreflexion ist eine verdammt gute Droge.

Welche Rolle spielt Social Media in deinem Leben? Wie wichtig ist Social Media für deine Karriere vs. für dich privat?

Ich denke, Social Media ist ein wunderbares Werkzeug, mit dem jeder und jede seine eigenen Möglichkeiten für sich selbst nutzen kann. Allerdings ist es, abgesehen davon, die meiste Zeit eher ziemlich schädlich und ungesund. Die Tatsache, dass es ein so mächtiges Werkzeug ist, bedeutet, dass wir mit dem Wissen herumlaufen, dass dieses Ding in unserer Tasche uns möglicherweise etwas „geben“ oder uns helfen könnte, unsere Karriere / Ziele auf irgendeine Weise zu erreichen. Natürlich werden wir irgendwann besessen von dieser Vorstellung und sie nimmt viel zu viel Platz in unserem Verstand ein. Ich liebe es offensichtlich, diese Ressource zu haben, und es hat mir ermöglicht, mit Menschen zu interagieren, die ich sonst wahrscheinlich nicht getroffen hätte. 

Ich kann mich mit Menschen in einer Zeit verbinden, in der Menschen das nicht so einfach tun können. Aber ich glaube nicht, dass ich Social Media haben wollen würde, wenn ich kein Musiker wäre, der versucht, die Leute dazu zu bringen, seine Musik zu hören.

Wir sind jedenfalls sehr gespannt auf die nächsten Schritte in Joe Ps Karriere und bedanken uns für das Interview! Joe teilt regelmäßg neue Musik auf seinen Instagram- und TikTok-Accounts. Es lohnt sich, vorbeizuschauen! Wenn du dir das nicht entgehen lassen willst:

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Titelfoto: Cody Cutter

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