Konzert Review: Milliarden im Astra mit ihrer „Welt im Blech“ Tour in Berlin

Milliarden im Astra Universal

Am Donnerstagabend rockten Milliarden mit ihrer `Welt im Blech` Tour zum neuen Album `Berlin` das ausverkaufte Astra. Und was soll man sagen? Es war wild, heiß, laut und die Menge tobte.

Abriss im Warschauer Kiez

Von der ersten Sekunde an hat die fünfköpfige Band ihre Energie und Dynamik auf das begeisterte Publikum übertragen. Und das immer mit einer ganz großen Portion Liebe! Kontrastreiche eineinhalb Stunden zwischen Euphorie, Schweiß, nachdenklichen Statements, Tränen und Verbundenheit. Milliarden schütteten ihr Herz aus und das auf eine so beeindruckende und ehrliche Art und Weise. Mal laut und mal leise haben sie einem aus der Seele gesprochen, Charisma ausgestrahlt und für ganz große Emotionen gesorgt.

So ließ sich auch Sänger Ben mit schwarzem Ganzkörperanzug und abgesplittertem roten Nagellack von der Menge tragen und hat sich so authentisch dem Schmerz und der Leidenschaft hingegeben. Nach dem Konzert wollte man sie einfach in die Arme nehmen und dafür danken, dass sie einem immer wieder so ins Herz gehen!

„Berlin, Berlin/ Ich springe splitternackt
Berlin, Berlin/ In die Trümmer deiner Nacht
Berlin, Berlin/ Ich bleib‘ bei dir
Berlin, Berlin/ Solang‘ ich kann“

Neben den vielen neuen Liedern aus ihrem zweiten Album `Berlin`, durften natürlich auch nicht die vielen Klassiker wie `Freiheit is ne Hure`, `Oh Chérie` oder `Kokain und Himbeereis` fehlen. Aber die verzerrten Gitarren und die oftmals übersteuerten Synthesizer sind auch immer am Start.

Als Support war Alli Neumann und ihre Band aus Hamburg mit dabei. Die Newcomerin hat diesen Freitag ihre erste EP `Hohes Fieber` raus gebracht. Unbedingt empfehlenswert für alle Jennifer Rostock – Fans der frühen Stunde. Hört doch mal rein!

Milliarden sind mehr als nur ein Duo

Mit einer Mischung aus eingängigen Indie-Rock, Post-Punk und Deutschrock zählen Milliarden zu den unberechenbarsten Newcomern unserer deutschsprachigen Musikszene. Doch was muss noch unbedingt über Milliarden gesagt werden?

Erstmal: Milliarden, das sind viele. Anfangs nur als Duo um Ben Hartmann und Johannes Aue bekannt, die seit 2013 ihre Songs zusammen schreiben. Doch ein reines Duo waren sie eigentlich nie, auch ihre Bandkollegen müssen erwähnt werden. Doch sie sind mittlerweile auch mehr als eine Band. Die Begriffe um Familie, Klan oder Gang beschreiben Milliarden doch am Besten.

Am Anfang lernten sich Frontmann Ben und Keyboarder Johannes bei einer Aufnahmeprüfung an der staatlichen Hochschule für Schauspiel in Bochum kennen. So entwickelte sich bei den beiden Berlinern neben einer Freundschaft auch die Band Milliarden. Seitdem geht es eigentlich nur bergauf. Mit der ersten EP `Kokain und Himbeereis` im Jahr 2014, folgten Auftritte bei der kultigen Abendsendung `Ina´s Nacht` und dem Reeperbahnfestival. Daraufhin spielten sie Gigs bei Rock am Ring und Rock im Park.

Freiheit is ne Hure und ich bin ihr Kind

Neben dem Support von Ton Steine Scherben durften sie 2015 auch einen Soundtrack zu dem deutschen Film `Tod den Hippies! Es lebe der Punk` mit Tom Schilling in der Hauptrolle beisteuern. Mit `Freiheit is ne Hure` haben sie nicht nur eine Rock- Ballade mit rotziger Punk- Attitüde hingelegt, sondern sie scheint für viele zu einer Hymne unserer Zeit geworden zu sein.
Ihr Debütalbum `Betrüger` erschien 2016 bei Vertigo und konnte mit den vielen Hits, Geschichten und einer Menge Liebe für große Aufmerksamkeit sorgen.

Milliarden lieben die vielen Widersprüche unserer Zeit, vereinen das Hässliche und das Schöne und sehen diese Zerrissenheit sogar als Antrieb. Obwohl sie jetzt bei Universal sind, stehen sie trotzdem durch und durch für Unangepasstheit. Eben für etwas ganz Besonderes.

Milliarden nehmen uns mit in ihr Berlin

Mit `Berlin` gibt es seit dem 1. Juni diesen Jahres ihr zweites Album zu hören.
Und ja, die Platte widmen sie keiner anderen Stadt als ihrer Heimat Berlin. Die Jungs laden uns mit den vierzehn Tracks in ihr Berlin ein und bringen somit ganz viele Gefühle auf einer Platte zusammen. Ihr zweites Album wirkt somit wie eine Einheit, die von einem roten Faden durchzogen wird.

Sie nehmen uns mit auf eine persönliche Reise durch das Berlin, das sich in den Jahren wirklich sehr verändert hat. Neben gesellschaftskritischen Themen, Tod, Verzweiflung und inneren Kämpfen, lassen sich trotzdem auch die schönen Seiten des Lebens wie Liebe und Glück wiederfinden. Milliarden widmen sich den teils ernsthaften Geschichten, die sie oder ihre Freunde in Berlin erleben und geben uns damit sehr persönliche und ehrliche Einblicke in ihr Leben.

Und wer gerne noch mehr sehen möchte, der sollte sich den Film `Morgen` zu ihrem Album nicht entgehen lassen! Der kleine, originelle und sehr kreative Musikfilm von Mario Clement lädt euch nochmal auf eine etwas andere Reise durch ihr Berlin ein.

Und all die vielen Gassenhauer und Liebeslieder gehören natürlich auch auf die Bühne! Diesen Sommer spielten sie bereits zahlreiche Festivals und sind nun endlich mit ihrer `Welt im Blech` Tour unterwegs. Für alle die am Donnerstag nicht Milliarden im Astra Kulturhaus sehen konnten, es wird am 06.04.19 das Tourfinale im Huxleys geben. Also sichert euch schnell eure Karte für die Zusatzshow! Hier könnt ihr die Tickets kaufen.

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Titelbild. Universal Music

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