Rock am Ring 2026 ging auch dieses Jahr wieder schneller vorbei als gedacht. Von spannenden Neuentdeckungen über Regenwetter bis hin zu Timmy/Hope (dem Wal) war alles dabei. Wir haben uns diesmal häufiger als in den letzten Jahren an der Orbit Stage (der kleinsten Bühne des Festivals) aufgehalten und können nun die ein oder andere Empfehlung aus unserer Ankündigung bestätigen.
Tag 1 – 05.06.
Die erste Band, der wir begegnet sind und die außerdem die Utopia (Main Stage) eröffnen durfte, war Mehnersmoos. Wir haben sie zwar nur im Vorbeigehen gesehen, waren aber tatsächlich positiv überrascht. An Stimmung hat es dort auf jeden Fall nicht gefehlt. Den Rest der Show haben wir nur für We Came As Romans auf der Mandora Stage verpasst – die perfekte Alternative für alle, die sich von ihrem Festivalbeginn doch etwas mehr Rock erhofft hatten.


So gerne ich die Band auch mag, musste auch sie früher oder später weichen, denn die für uns interessanteste Band zu diesem Zeitpunkt war Ankor. Die Alternative-Metal-Band aus Spanien hat mich persönlich erst so richtig in Festivalstimmung gebracht. Auch wenn es die Band schon seit 20 Jahren gibt, ist sie mir bisher nie begegnet. In Zukunft werde ich sie mir auf jeden Fall nicht mehr entgehen lassen. Frontsängerin Jessie Williams und Gitarrist/Sänger Fito Martinez brachten gemeinsam eine unglaubliche Energie auf die Bühne – very headbangable!




Mit am meisten gefreut habe ich mich auf Magnolia Park – und leider wurde ich enttäuscht. Das lag allerdings nicht an der Band, sondern am Sound der Bühne. Ich habe Joshua Roberts’ Vocals leider kaum verstanden und konnte dementsprechend meine Lieblingssongs kaum mitsingen. Performt hat die Band trotzdem auf einem fantastischen Level. Das nächste Konzert in der Nähe nehme ich zur Wiedergutmachung auf jeden Fall mit!




Den Rest des Abends haben wir dann doch wieder an der Utopia Stage verbracht – und das mit gutem Grund: Architects, Papa Roach und Linkin Park spielten dort direkt nacheinander. Die Band Architects habe ich persönlich sehr unterschätzt. Live hat mich die Metalcore-Band total abgeholt. Sam Carters Stimme klingt so einzigartig, dass ich sie ab jetzt gefühlt aus jeder Menge heraushören würde.


Dass Papa Roach eine großartige Show abliefert, muss ich, glaube ich, niemandem erzählen. Einen Auftritt mit Hubschrauber habe ich dieses Jahr allerdings echt nicht kommen sehen. Das Highlight des Abends war trotzdem selbstverständlich Linkin Park mit der neuen Frontsängerin Emily Armstrong. Trotz einiger Kritik, die sie ertragen musste (und immer noch muss), kann ich für meinen Teil sagen, dass sie eine würdige Rolle in der Band übernommen hat. Trotz ihrer sichtlichen Unsicherheit zu Beginn der Show haben sie und der Rest der Band ein tolles Set mit einer gelungenen Mischung aus Klassikern und neuen Bangern gespielt. Leider gab es auch hier Soundprobleme, aber nichtsdestotrotz war es eine tolle Erfahrung, diese Band endlich live sehen zu dürfen – auch wenn wir dafür schweren Herzens BABYMETAL verpassen mussten.
Tag 2 – 06.06.
An Tag zwei gab es so viele spannende Bands, dass es schwer war, sich für eine Handvoll davon zu entscheiden. Gestartet sind wir mit der englischen Metalcore-Band Bury Tomorrow. Den Frontsänger Daniel Winter-Bates haben wir mit seinem veränderten Erscheinungsbild zunächst kaum erkannt, aber spätestens nach den ersten Vocals waren wir uns wieder sicher. Ich hätte das Set zwar sehr gerne bis zum Ende gesehen, aber wir wollten WARGASM auf der Orbit Stage nur ungern verpassen.



Das Duo hinter WARGASM hat mich sehr positiv überrascht – ihre Songs kommen live noch einmal ganz anders zur Geltung als in den Studioaufnahmen. Anschließend haben wir bei Dying Wish reingehört, und da musste ich zum ersten Mal an diesem Wochenende meine Ohrstöpsel nutzen (das solltet ihr natürlich immer – nehmt euch an mir bitte kein Beispiel), weil es sich angefühlt hat, als würde sich der Bass in meinen Gehörgang einbrennen.




Nur für Ice Nine Kills haben wir dann noch einmal die Stage gewechselt. Wer uns schon länger verfolgt, weiß, dass ich bereits auf einem ihrer Konzerte war – und was soll ich sagen: Ich wollte mehr! Ein solches Horror-Spektakel ist auf jeden Fall einzigartig. Daher konnte ich mir erst die zweite Hälfte von Electric Callboy ansehen. Man kann sagen, was man will, aber sie reißen die Main Stage jedes Mal so richtig ab.




Mein Highlight des Tages war aber natürlich Bad Omens. Ich hatte die Band bereits am Mittwoch zuvor in Düsseldorf gesehen (zur Review geht es hier), konnte es mir aber einfach nicht entgehen lassen, alle Songs noch einmal zu hören und dabei jeden Moshpit mitzunehmen.
Tag 3 – 07.06
An Tag drei waren wir schon ganz schön erschöpft, und die einzige Band, die uns trotzdem früh aufs Gelände gelockt hat, waren natürlich Black Veil Brides. Ich habe die Band, als sie das letzte Mal bei Rock am Ring waren, total lieben gelernt und mich sehr auf Andy Biersack und den Rest der Band gefreut.


Schweren Herzens musste ich danach auf Hollywood Undead verzichten – aber mit gutem Grund: Bloodywood. Ich war schon total gespannt auf die Band, seit einige ihrer Videos in den sozialen Medien innerhalb der Metal-Bubble viral gegangen sind, und wurde alles andere als enttäuscht. Hier bekommt ihr Gänsehaut und Lust zum Headbangen in einem – ebenfalls ein absolutes Highlight des Wochenendes.




Unerwartet abgeholt hat mich außerdem auch Finch im Anschluss. Nicht nur weil der Auftritt super humorvoll gestaltet war (z.B. eine wichtige Schweigeminute für Timmy/Hope den Wal), sondern weil Finch sich auch politisch positioniert hat und mit seiner Bundestagsrede einige politische Akteure und ihre Anhänger*innen offen kritisiert hat.


Anschließend neigte sich das Festival für uns mit A Perfect Circle und Iron Maiden dem Ende zu. Es war ein tolles Gefühl, die Metal-Legenden, deren Platten schon unsere Eltern gekauft und geliebt haben, einmal live erleben zu dürfen. Ein toller Abschluss für ein schönes Wochenende!
Fazit
Rock am Ring 2026 ist vorbei und hat uns neben kleinen Regenschauern und technischen Problemen an den Stages dann doch wieder sehr positiv überrascht – auch wenn wir uns wie jedes Jahr deutlich mehr Bands mit nicht-männlichen Mitgliedern auf der Bühne gewünscht hätten. Wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr und den bereits angekündigten Headliner Blink-182!
Wie fandet ihr Rock am Ring 2026? Verratet es uns in den Kommentaren.
Tickets für 2027 gibt es hier.
Titelbild & Beitrags-Fotos: Ann-Kathrin Humberg
